Offshore Regatten

Sydney-Hobart: 70. Auflage des internationalen Klassikers

Das größte Feld seit mehr als einem Jahrzehnt, starke internationale Beteiligung, ein mitreißender Kampf um die Ehre, Erster im Ziel zu sein, sowie Feierlichkeiten zum Jubiläum – das Rolex Sydney Hobart Yacht Race 2014 verspricht auf Jahre unvergesslich zu bleiben.

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Das größte Feld seit mehr als einem Jahrzehnt, starke internationale Beteiligung, ein mitreißender Kampf um die Ehre, Erster im Ziel zu sein, sowie Feierlichkeiten zum Jubiläum – das Rolex Sydney Hobart Yacht Race 2014 verspricht auf Jahre unvergesslich zu bleiben.

Special Edition2014 markiert die 70. Auflage des Rennens, eine passende Gelegenheit, einem Event Tribut zu zollen, der eine internationale Regatta-Ikone ist. Inspiriert durch einheimische Amateure fand das Rolex Sydney Hobart 1945 zum ersten Mal statt und wurde seitdem jedes Jahr ausgetragen. Sofort gab es Zuspruch, Popularität und Reputation wuchsen schnell. Der Verlauf der eigenen Geschichte ist eine Hommage an Mut, außergewöhnlicher Seemannschaft, Geschwindigkeit und Zielstrebigkeit.

Der Flug der Schnellsten

Fünf 100-Fuß-Maxis werden am Rolex Sydney Hobart 2014 teilnehmen, alle mit ernsthaften Ambitionen, als schnellstes Boot in Hobart anzukommen und die internationalen Schlagzeilen für den Sieger nach gesegelter Zeit für sich zu verbuchen. Die Meldung, über die am meisten gesprochen wird, ist die Comanche des Amerikaners Jim Clark, Stand der Dinge beim Maxi-Yachtdesign, gerade erst gebaut, auf See getestet und nach Sydney gebracht. Das Team hat eines der bedeutendsten Hochseerennen der Welt für sein wettbewerbsfähiges Debüt ausgewählt. „Wie wir herausarbeiten, das Potential der Yacht abzurufen, ohne dabei irgendetwas zu brechen, wird für uns alle eine steile Lernkurve werden. Und das passt gut zu diesem Rennen. Wir müssen Vollgas geben, aber gleichzeitig die Grenzen herausfinden“, erklärt Skipper Ken Read. „Die anderen Maxis sind alle erprobt und in diesem Rennen getestet. Also haben wir eine Menge aufzuholen. Aber es wird ein großartiges, erstes Outing werden.“

Der Titelverteidiger als schnellstes Boot, die Wild Oats XI, könnte Geschichte schreiben, indem er als erster Teilnehmer überhaupt zum achten Mal Erster im Ziel ist. „Es ist schon ausgesprochen selten, dass ein Boot in diesem Alter auf diesem Rennniveau immer noch wettbewerbsfähig ist“, erklärt Skipper Mark Richards. „Ein wundervoller Eigner wie Bob Oatley unterstützt uns kontinuierlich bei allen Änderungen, die wir vornehmen wollen.“ Das schließt ständige Verbesserungen am Yachtdesign und der Struktur ein. Die Wild Oats XI hält den aktuellen Streckenrekord: ein Tag, 18 Stunden, 23 Minuten und 12 Sekunden. „Der (Renn-) Rekord ist eine schwer zu fassende Sache. Er kann für 20 Jahre bestehen, wie in der Vergangenheit zu sehen. Ihn zu brechen, geht nur bei geeigneten Bedingungen“, ergänzt Richards. Das Team der Wild Oats XI sei sich der Herausforderung durch einen völlig neuen Teilnehmer wie der Comanche vollends bewusst. Damals in 2005 hatte die Wild Oats XI die dreifache Krone des Rennens, also auch die Gesamtwertung nach berechneter Zeit, nur Wochen nach ihrem Stapellauf gewonnen.

Syd Fischers Ragamuffin 100 wurde so vielen strukturellen Änderungen unterworfen, das es mehr oder weniger ein neues Boot ist. Die Expertise des Skippers könnte sich als entscheidender Faktor beim Kampf um die Sieg auf dem Wasser erweisen. Anthony Bell auf der Perpetual Loyal, eine frühere Gewinnerin nach gesegelter Zeit (Investec Loyal, 2011) war der Wild Oats XI voriges Jahr dicht auf und strebt an, die Leistung von 2013 als Zweitschnellster diesmal zu verbessern. Die Perpetual Loyal wurde ebenfalls modifiziert und erfuhr ein Upgrade. Die kürzlich verlängerte Rio 100 (USA) von Manouch Moshayedi, vormals Lahana, komplettiert die Reihe der 100-Fuß-Maxis.

Persönliche Herausforderungen

118 Yachten aus zehn Ländern und allen australischen Bundesstaaten haben für das Rennen 2014 gemeldet. Dazu gehört auch Titelverteidiger Victoire, der die Liste der ehemaligen Regattagewinner anführt. Unter ihnen sind die Love & War, eines von nur drei Booten überhaupt, das schon dreimal gewonnen hat, und die Balance (vormals Quest, Siegerin 2008). Während das höchste Ziel aller Teilnehmer bleibt, den Tattersall’s Cup hochzuhalten und die begehrte Armbanduhr von Rolex für den Gesamtsieg zu erhalten, bedeutet der Event für viele Seglerinnen und Segler vor allem persönliche Errungenschaften.

Einige der Charaktere aus dem reichen Ensemble des Rennens, die ihre stolzen und eindrucksvollen eigenen Rekorde verbessern wollen, verleihen diesem zusätzlichen Glanz: Tony Cable, Skipper der Duende, segelt zum sage und schreibe 49. Mal gen Süden nach Hobart; Martin Powers Bacardi baut ihre Führung als das Boot mit den meisten Rolex Sydney Hobarts auf 29 aus; während Syd Fischer der älteste Skipper des Rennens wird, mit 87 Jahren wird er das Rennen zum 46. Mal segeln.

Stillstand zum Start

Vor dem diesjährigen Start werden rund 30 Yachten aus der Vergangenheit des Rennens an einer Parade unter Segeln teilnehmen, Teil der Feierlichkeiten zum 70. Geburtstag der Regatta. Ein passender Appetitanreger am Zweiten Weihnachtstag für einen der größten Momente des Segelsports, bevor ganz Australien für den Start um 13 Uhr Ortszeit gebannt im Stillstand verharrt. Mehr als einhundert Yachten werden ablegen und den südlichen Kurs abstecken auf der epischen 628-Seemeilen-Reise nach Hobart, alle mit dem Wunsch, sich in die illustren Rekordbücher des Rennens einzutragen.

Veröffentlicht am : 08.12.2014