Aufriss der Soling - Beschreibung und Daten-Klasse
Segelzeichen der Soling - Beschreibung und Daten-Klasse

Ehemaliger Olympionik

Der Soling

Jan Linge (1922–2007), norwegischer Konstrukteur und Mitglied des technischen Komitees der IYRU, war 1963 einer der Ersten, die von der Absicht des internationalen Verbandes erfuhren, den zu teuer gewordenen 5.5 durch eine kleinere, billigere und leichter zu transportierende Kielbootsklasse zu ersetzen. Ein Konstrukteurswettbewerb wurde ausgeschrieben und auch Linge beteiligte sich mit seinem Projekt „Soling“. Der Soling gewann die Vergleichswettfahrten vor Travemünde und entsprach auch allen Forderungen der IYRU, womit der Grundstein einer fast einmaligen Bootskarriere gelegt war.
2004 wurde der Soling als olypische Klasse von dem ebenfalls von Jan Linge konstruierten Yngling abgelöst.

Der Soling ist ein sportliches Kielboot, das mit drei Personen optimal gesegelt werden kann. Die Steuerperson (Helmsman) führt auch die Großschot. Der Mittelperson (Middleman) trimmt den Spinnaker und ist vor allem auch für die Gewichtsverlagerung nach Luv durch Hängen verantwortlich, er/sie ist im Optimalfall das Crewmitglied mit dem meisten Gewicht. Die Bugperson (bowman) trimmt die Fock und führt die Decksabeiten beim Spinnakersegeln aus. Der Soling hat ein so genanntes High-Aspect-Rigg, ein hohes Streckungsverhältnis von Segelbreite zu Segelhöhe, damit lassen sich außerordentliche Höhen am Wind erreichen. Durch die Selbstwendefock und aufgrund der Tatsache, dass der Soling verglichen zum seinem Gewicht eine relativ kleine Segelfläche (Spinnaker nicht berücksichtigt) hat, ist auch das Einhandsegeln möglich und verbreitet.

Obwohl der Soling, der mehr als der Hälfte seines Gesamtgewichtes im Kiel konzentriert, ein echtes, weil kentersicheres Kielschiff ist, segelt er sich in mancherlei Hinsicht wie eine Jolle. Der schmale, hohe Segelplan mit der nicht hinter den Mast ragenden Fock vermittelt einerseits hohe Antriebsleistung, verlangt aber andererseits nach einem sehr exakten Trimm. Rumpf- und Kielform lassen das Schiff auf der Kreuz sehr hoch an den Wind gehen. Gleichzeitig jedoch kann der Soling unter Spinnaker, ungeachtet seines Gewichts, entsprechenden Starkwind vorausgesetzt, auf raumen Kursen ins Gleiten kommen.

Er ist eine international weit verbreitete Bootsklasse. Als Segelzeichen wird der Buchstabe Omega verwendet.
(Quellen: ww.soling.at, Wikipedia)

Technische Daten:
  • Länge üA: 8,20 m
  • Länge WL: 6,10 m
  • Breite üA: 1,90 m
  • Freibord: 0,50 m
  • Tiefgang: 1,30 m
  • Masthöhe: 9,60 m
  • Gewicht (segelfertig): 1035 kg
  • Gewicht (Ballast, Kiel): 580 kg
  • Segelfläche am Wind: 24,3 m²
  • Großsegel: 15,95 m²
  • Fock: 8,35 m²
  • Spinnaker: max. 45 m²
  • Takelungsart: Slup
  • Yardstickzahl: 100 (GER), 98 (AUT), 101 (SUI)
  • Klasse: international, von 1972 bis 2000 olympisch
Veröffentlicht am : 19.01.2016