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Die Kiter werden nicht als elfte offizielle Segelentscheidung bei Olympia in Tokio an den Start gehen. Foto: Pedro Martinez/Sailing Energy/World Sailing

Olympia 2020

Keine elfte Segelmedaille bei Olympia in Tokio

Die Überlegungen des Weltseglerverbandes, sich um eine weitere Medaillen-Entscheidung bei den Olympischen Spielen 2020 in Tokio zu bewerben, sind zu den Akten gelegt worden. Die Chancen, im Wettstreit der 28 Sportarten eine der vier zu vergebenden Extra-Medaillen für Tokio zu ergattern, wurden als gering angesehen. Zudem wäre eine weitere Segeldisziplin zu Lasten der anderen Klassen gegangen.

Bei der Jahrestagung von World Sailing im vergangenen November in Barcelona war die Idee einer Bewerbung um eine der vier Extra-Medaillen aufgekommen. Dabei waren verschiedene Möglichkeiten ins Spiel gebracht worden – vom Kiteboarding über Match-Racing bis hin zum Offshore-Segeln oder einem Team-Wettbewerb im Format der Bundesliga. Doch bei einem Treffen mit IOC-Vertretern in Lausanne/Schweiz hat der neugewählte World-Sailing-Präsident Kim Anderson erkennen müssen, dass eine elfte Segelmedaille auch mit Nachteilen für die anderen Segel-Wettbewerbe verbunden ist. In Absprache mit seinen Vize-Präsidenten wurde daher die Bewerbung verworfen. World Sailing will sich nun darum bemühen, eine weitere Segel-Disziplin als Showwettbewerb in die Spiele von Tokio zu integrieren.

DSV-Sportdirektorin Nadine Stegenwalner (Hamburg), Mitglied des neugewählten World-Sailing-Präsidiums, bestätigte, dass es in Tokio bei dem bisher bekannten Kanon an Olympiaklassen im Segelsport bleiben wird. „Das World Sailing Board ist in einer Beratung zu der Überzeugung gekommen, dass die Wahrscheinlichkeit, eine der vier Extra-Medaillen zu bekommen, nicht sehr hoch ist. Zudem wäre eine Aufstockung der Athletenquote von 380 Seglern nicht möglich gewesen. Andere Klassen hätten daher in der Teilnehmerzahl runtergehen müssen, und das wäre kontraproduktiv für eine möglichst hohe Zahl an Nationen bei den Spielen gewesen.“

In einem Showkampf, ein bisher bei Olympia unbekanntes Segelformat zu präsentieren, ist dagegen möglich, ohne die Zahl der anderen Athleten zu reduzieren. Daher soll nun in den kommenden Wochen entschieden werden, welches Format sich um einen Showwettkampf bewerben werde.

Ebenfalls wird noch über das künftige Format der Finaltage der Olympiaklassen zu entscheiden sein. Die gemeinschaftlich vermarkteten 49er, 49erFX und Nacra17 präferieren eine Version mit mehrere kurzen Finalrennen, wobei die Skiffs hier Up-and-Downs segeln wollen, die foilenden Kats dagegen auf einen Kurs ähnlich des America's Cup setzen. „Welches Format letztlich gesegelt wird, ist noch nicht entschieden“, sagt Nadine Stegenwalner. „Änderungen nur um der Änderung willen wird es nicht geben. Es muss den Segelsport schon nach vorn bringen.“ Entscheidendes Kriterium wird sein, wie die Finalrennen für ein breites Publikum verständlich und spannend aufbereitet werden können, so dass Segeln mehr in den Fokus der Medien rückt.

Ralf Abratis

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Veröffentlicht am : 18.01.2017