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Jesper Bahr ist nach dem Umstieg auf den Laser 4.7 schon wieder auf der Erfolgswelle. Foto: segel-bilder.de

LJM SH

Kompaktes Programm am ersten LJM-Tag in Travemünde

Mit einem vollen Programm ist die Landesjugendmeisterschaft in neun Klassen in das Segel-Wochenende gestartet. Mindestens drei Rennen pro Klasse brachten die Wettfahrtleitungen des Lübecker YC und Lübecker SV über die Bahnen. Bei den Seglern im Alter von 9 bis 19 Jahren war besonderes Stehvermögen gefragt, denn bei Lufttemperaturen knapp über 10° C blieben sie bis zu sechs Stunden auf dem Wasser.

Das Organisationsteam um den Sportlichen Leiter Jens Kath und die Wettfahrtleiter Eckard Graf sowie Philipp Dörges kündigte schon am Morgen ein kompaktes Agieren auf dem Wasser an. Grund ist die Windvorhersage für Sonntag, die befürchten lässt, dass weitere Wettfahrten wegen des schwachen Windes schwierig werden. Und so ging es zügig nach der offiziellen Eröffnung auf das Wasser für die Teilnehmer mit ihren 190 Jollen.

Opti B Für die jüngsten Segler im Regatta-Circuit hieß es, sich in einem großen Feld zu behaupten. 38 Jüngstensegler gingen in der Einsteigerklasse auf die Bahn und zeigten, dass die Ausbildung in ihren Vereinen bereits Früchte trägt. Allerdings brach zum Ende des Wettfahrttages wie auch bei den Opti A und Teenys der Wind ein, so dass es bei drei Wettfahrten blieb. Spitzenreiterin ist Mirja Dohle vom Steinhuder Meer gefolgt von Finn Schütt (LYC), der auf seinem Heimatrevier vor der drittplatzierten Finja Imbrock in bester Position für einen großen LJM-Erfolg liegt.

Opti A Die Opti-A-Segler sind bereits durch große Regatta-Erfahrung geschult. Viele Teilnehmer der LJM segelten vor sieben Wochen an gleicher Stelle bei der Deutschen Jüngstenmeisterschaft (IDJüM) und wollten diese Erfahrung nun ausspielen. An der Spitze agiert ein Duo vom NRV aus Hamburg. Mats Schönebeck und Laura Hansen haben sich schon einen kleinen Abstand zum besten Schleswig-Holsteiner erarbeitet. Wie geschickt sie ihre Erfahrung auszuspielen wissen, musste Kjell Haschen vom LYC im ersten Rennen schmerzhaft erfahren. Bis kurz vor dem Ziel in Führung liegend, ließ er sich durch eine Wendeduell von den beiden Hamburgern aus dem Konzept bringen und auf Rang drei verdrängen. In den folgenden Rennen fand er nicht wieder in die Spur und liegt insgesamt auf Rang acht. Bester SH-Segler ist LJM-Titelverteidiger Ole Schweckendiek (Kieler YC) auf Rang drei.

O'pen Bic Leo Beyer von der SGJ Niendorf gewann zur Travemünder Woche den Deutschen Jugendtitel und ist nach vier Wettfahrten auch zur LJM das Maß der Dinge. Nach den Platzierungen 1, 2, 1, 2 kann er allerdings nur einen knappen Vorsprung gegenüber Charlotte Finkemeyer (Nordwind Wassersport) behaupten. Die Surendorferin muss allerdings einen missglückten Start in der zweiten Wettfahrt mitschleppen, als sie zu spät an der Startlinie war. Dieses Rennen kann sie zwar streichen, darf sich bei weiteren Wettfahrten aber keinen weiteren Ausrutscher mehr erlauben. Mit den Einzelergebnissen 2, 6, 2, 1 ist sie aber souverän auf Rang zwei vor Jannis Walz (LYC).

Laser 4.7 Die kleinste Laser-Klasse ist für viele Segler, die den Klassen Opti und O'pen Bic entwachsen sind, der nächste Schritt im Regatta-Geschehen. Und wie gut dieser Schritt gelingen kann, beweist Jesper Bahr (LSV). Bis zum Sommer segelte er Opti, gewann bei der IDJüM die Bronzemedaille und ist nun auch in der neuen Klasse schon wieder voll auf der Erfolgswelle. Er hat die Konkurrenz mit drei Siegen und einem zweiten Platz bestens im Griff. Anton Nikolai Loeck (Flensburger SC) und Maurice Brost (Lübecker YC) folgen auf den nächsten Plätzen.

Laser Radial Für die Laser-Radial-Segler war es am Morgen schwer, die Motivation hochzuhalten. Nur neun Akteure hatten im Regatta-Büro eingecheckt. Damit ist der Regatta der Status als Ranglisten-Regatta verloren gegangen. Auf der Bahn wurde dann aber doch engagiert agiert – mit der besten Leistung durch Lasse Kaack (Kieler YC), der vor seinen Vereinskameraden Jasper Paulsen und Laura Schewe das kleine Feld anführt.

Teeny Die deutsche Spitze in der Zweimann-Jüngstenbootklasse Teeny ist auch Landesspitze: Oke und Nik Nommensen (Plöner SV) waren vor einem Jahr deutsche U13-Meister und gewannen in diesem Jahr IDJüM-Bronze. Zur Landesjugendmeisterschaft reihen sie Sieg an Sieg und sind nach drei Wettfahrten klare Führende vor Lucja-Nara Koll/Jesse Scholz (SV Malente-Gremsmühlen) und Yannick Büchele/Juri Körting (SV Wedel-Schulau).

420er Die Führenden bei der LJM in der 420er-Klasse kommen aus anderen Bundesländern. Auf den Regatta-Sieg können sich Inge-Marie Hofmann/Henrike Leitl (Düsseldorfer YC), die vor Wochenfrist bereits bei der LJM in Mecklenburg-Vorpommern dominierten, zwar freuen, der Landestitel wird aber nur an SH-Segler vergeben. Und in dieser Wertung liegen die achtplatzierten Lea Marleen Lüthje/Nike Hadler (SC Eckernförde) in der Pole-Position.

Pirat Die stärkste Piraten-Flotte ist an der Elbe beheimatet, und die liefert sich ein hartes Duell. Niklas Hellwig/Paul Hitzemann (SV Wedel-Schulau) und Merle Maas/Vivian Eckelmann (Beidenflether SV) haben jeweils zwei Siege und einen zweiten Platz in der Wertung. Der Sieg im bisher letzten Rennen gibt den Ausschlag zugunsten von Hellwig/Hitzemann. Im Respektsabstand auf Platz drei folgen Malte Heidtmann/Paul Rambow (SV Elmshorn).

29er Der größte Wettfahrtprogramm absolvierten die Akteure im Jugendskiff 29er. Sie blieben gleich für fünf Rennen auf dem Wasser. Wie bei den 420ern und Optis wird hier das Feld derzeit von den Gästen angeführt. Ole-Christian Lüsch/Antonia Arzt (SSV Rostock) führen vor zwei Damen-Teams. Die Kielererinnen Maru Scheel sowie Friederike Larsen/Berit Bellin kämpfen um die LJM-Krone. Tobias Matern/Bendix Hempel (Flensburger SC) müssten dagegen nach einem nicht-beendeten Rennen auf einen Ausrutscher der vor ihnen platzierten Mannschaften hoffen.

Ralf Abratis

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Veröffentlicht am : 16.09.2017