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Die 29er segelten mit fünf Wettfahrten das größte Programm. Foto: segel-bilder.de

Seglerjugend

Perfektes Ambiente für SH-Segeljugend zur LJM in Travemünde

Die Landesjugendmeisterschaften vor Travemünde mussten zwar bei schwachem Wind mit nur einem Regattatag auskommen, dennoch freuten sich die Organisatoren über eine runde Veranstaltung mit einem kompakten Programm am Samstag auf dem Wasser und viel Spaß an Land. In neun Klassen wurden die Regatta-Pokale und LJM-Medaillen vergeben. Die Podiumsplatzierungen verteilten sich dabei über 14 Vereine.

Mit einem vollen Regatta-Programm startete die Landesjugendmeisterschaft am Samstag in neun Klassen in das Segel-Wochenende. Mindestens drei Rennen pro Klasse brachten die Wettfahrtleitungen des Lübecker YC (LYC) und Lübecker SV (LSV) bei leichten bis mittleren Winden über die Bahnen. Bei den Seglern im Alter von 9 bis 19 Jahren war dafür besonderes Stehvermögen gefragt, denn bei Lufttemperaturen knapp über 10° C blieben sie bis zu sechs Stunden auf dem Wasser.

Das Organisationsteam um den Sportlichen Leiter Jens Kath und die Wettfahrtleiter Eckard Graf sowie Philipp Dörges waren mit dem kompakten Agieren auf dem Wasser gut beraten. Grund war die Windvorhersage für den zweiten Tag, die früh befürchten ließ, dass weitere Wettfahrten wegen des schwachen Windes schwierig werden würden. Und so kam es dann auch: Die Sonne setzte sich am Sonntag durch, der Wind stellte seine Tätigkeit ein. Die Wettfahrtleitung hoffte noch lange auf eine segelbare Brise, sagte dann aber um 12.30 Uhr alle weiteren Wettfahrten ab, sodass die rund 300 Teilnehmer ihre 190 Jollen rechtzeitig einpacken und sich selbst für die offizielle Siegerehrung fertig machen konnten. „Obwohl wir nur einen Tag segeln konnten, können wir feststellen, dass es eine runde Veranstaltung war. Die Entscheidungen auf dem Wasser waren richtig. Denn man soll segeln, wenn es geht, und es sein lassen, wenn es nicht geht“, bilanzierte Jens Kath. „Und an Land war es ohnehin ein tolles Event. Die Lübecker Eltern haben für die Teilnehmer ein perfektes Ambiente mit Grill- und Party-Abend sowie Frühstücks- und Kuchenbuffet geboten.“

Sportlich fiel das Resümee aus schleswig-holsteinischer Sicht gemischt aus. „Nicht in allen Klassen lief es perfekt, deshalb ist die Bilanz durchwachsen. Im 29er steht seit zehn Jahren das erste Mal kein Schleswig-Holsteiner an der Spitze der Regatta, und auch im Opti hätte ich mir mehr erhofft. Aber man soll das nicht überinterpretieren, denn wir konnten ja nur an einem Tag segeln“, sagte Landestrainer Thomas Rein. Zur LJM konnten auch Teilnehmer aus anderen Bundesländern teilnehmen, die Medaillen in der Landesmeisterwertung wurden aber nur unter SH-Seglern vergeben.

Opti B Für die jüngsten Segler im Regatta-Circuit hieß es, sich in einem großen Feld zu behaupten. 38 Jüngstensegler gingen in der Einsteigerklasse auf die Bahn und zeigten, dass die Ausbildung in ihren Vereinen bereits Früchte trägt. Allerdings brach zum Ende des Wettfahrttages wie auch bei den Opti A und Teenys der Wind ein, so dass es bei drei Wettfahrten blieb. Mirja Dohle vom Steinhuder Meer setzte sich gegen die 38 Konkurrenten durch. Erster Verfolger war Finn Schütt (Lübecker YC), der sich damit auf seinem Heimatrevier den LJM-Titel sicherte. Über Silber und Bronze in dieser Wertung durften sich Matti Balzereit (Kieler YC) und Morten Borchardt (LYC) freuen.

Opti A Die Opti-A-Segler sind bereits durch große Regatta-Erfahrung geschult. Viele Teilnehmer der LJM segelten vor sieben Wochen an gleicher Stelle bei der Deutschen Jüngstenmeisterschaft (IDJüM) und wollten diese Erfahrung nun ausspielen. An der Spitze agierte ein Duo vom NRV aus Hamburg. Mats Schönebeck und Laura Hansen erarbeiteten sich einen kleinen Abstand zum besten Schleswig-Holsteiner. Wie geschickt das Duo seine Erfahrung auszuspielen weiß, musste Kjell Haschen vom LYC im ersten Rennen schmerzhaft erfahren. Bis kurz vor dem Ziel in Führung liegend, ließ er sich durch eine Wendeduell von den beiden Hamburgern aus dem Konzept bringen und auf Rang drei verdrängen. In den folgenden Rennen fand er nicht wieder in die Spur und fiel damit auch in der LJM-Wertung aus den Medaillenrängen heraus. Bester SH-Segler und damit Landesmeister war somit Titelverteidiger Ole Schweckendiek (KYC) auf Rang drei. Ebenfalls an den KYC gingen die weiteren Medaillen für Per Christoffer Schwall und Arthur Kahrs.

O'pen Bic Leo Beyer von der SGJ Niendorf gewann zur Travemünder Woche den Deutschen Jugendtitel und war nach vier Wettfahrten auch zur LJM das Maß der Dinge. Nach den Platzierungen 1, 2, 1, 2 konnte er allerdings nur einen knappen Vorsprung gegenüber Charlotte Finkemeyer (Nordwind Wassersport) behaupten. Die Surendorferin muss allerdings einen missglückten Start in der zweiten Wettfahrt mitschleppen, als sie zu spät an der Startlinie war. Dieses Rennen konnte sie dann aber streichen und lag mit den Einzelergebnissen 2, 6, 2, 1 souverän auf Rang zwei vor Jannis Walz (LYC).

Laser 4.7 Die kleinste Laser-Klasse ist für viele Segler, die den Klassen Opti und O'pen Bic entwachsen sind, der nächste Schritt im Regatta-Geschehen. Und wie gut dieser Schritt gelingen kann, bewies Jesper Bahr (LSV). Bis zum Sommer segelte er Opti, gewann bei der IDJüM die Bronzemedaille und ist nun auch in der neuen Klasse schon wieder voll auf der Erfolgswelle. Er hatte die Konkurrenz mit drei Siegen und einem zweiten Platz bestens im Griff. Anton Nikolai Loeck (Flensburger SC) und Maurice Brost (Lübecker YC) folgen auf den nächsten Plätzen.

Laser Radial Für die Laser-Radial-Segler war schwer, in den Rhythmus zu kommen. Nur neun Akteure hatten im Regatta-Büro eingecheckt. Damit war der Regatta der Status als Ranglisten-Regatta verloren gegangen. Auf der Bahn wurde dann aber doch engagiert agiert – mit der besten Leistung durch Lasse Kaack (Kieler YC), der vor seinen Vereinskameraden Jasper Paulsen, dem ehemaligen Deutschen Jugendmeister im Laser 4.7, und Laura Schewe, der aktuellen Fünften der Jugend-WM, das kleine Feld anführte.

Teeny Die deutsche Spitze in der Zweimann-Jüngstenbootklasse Teeny ist auch Landesspitze: Oke und Nik Nommensen (Plöner SV) waren vor einem Jahr deutsche U13-Meister und gewannen in diesem Jahr IDJüM-Bronze. Zur Landesjugendmeisterschaft reihten sie Sieg an Sieg und waren nach drei Wettfahrten klare Sieger vor Lucja-Nara Koll/Jesse Scholz (SV Malente-Gremsmühlen) und Yannick Büchele/Juri Körting (SV Wedel-Schulau).

420er Die Regatta-Sieger bei der LJM in der 420er-Klasse kommen aus anderen Bundesländern. Inge-Marie Hofmann/Henrike Leitl (Düsseldorfer YC), die vor Wochenfrist bereits bei der LJM in Mecklenburg-Vorpommern dominierten, waren auch vor Travemünde nicht zu schlagen. In der Landeswertung eroberten die achtplatzierten Lea Marleen Lüthje/Nike Hadler (SC Eckernförde) die Pole-Position, gefolgt von Charlotte Bock-Müller/Jonas Scholz (SV Malente-Gremsmühlen) und Johanna Boldt/Finn Schröter (SCE/Schlei SC).

Pirat Die stärkste Piraten-Flotte ist an der Elbe beheimatet, und die lieferte sich ein hartes Duell. Niklas Hellwig/Paul Hitzemann (SV Wedel-Schulau) und Merle Maas/Vivian Eckelmann (Beidenflether SV) haben jeweils zwei Siege und einen zweiten Platz in der Wertung. Der Sieg im bisher letzten Rennen gab den Ausschlag zugunsten von Hellwig/Hitzemann. Im Respektsabstand auf Platz drei folgen Malte Heidtmann/Paul Rambow (SV Elmshorn/WYV Krückaumündung).

29er Der größte Wettfahrtprogramm absolvierten die Akteure im Jugendskiff 29er. Sie blieben gleich für fünf Rennen am Samstag auf dem Wasser. Für etliche Neueinsteiger in die Klasse zeigte sich dabei auch, wie kippelig der Skiff ist. In den Manövern kam es trotz der moderaten Windbedingungen zu diversen Kenterungen. Wie bei den 420ern und Optis wurde hier das Feld von den Gästen angeführt. Ole-Christian Lüsch/Antonia Arzt (SSV Rostock) setzten vor zwei Damen-Teams. Die Kielererinnen Maru Scheel/Freiya Feilcke (KYC/WuW) sowie Friederike Larsen/Berit Bellin (KYC) erkämpften sich LJM-Gold und -Silber. Tobias Matern/Bendix Hempel (Flensburger SC/Kieler YC) mussten dagegen nach einem nicht-beendeten Rennen mit Gesamtrang vier und LJM-Bronze vorlieb nehmen.

Ralf Abratis

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Veröffentlicht am : 18.09.2017