Paralympics

Paralympics-Aus wirft Schatten auf den Segelsport

Die überraschende Entscheidung des Internationalen Paralympischen Komitees (IPC) Ende Januar, den Segelsport aus dem Programm der Paralympics 2020 zu streichen, wirft Fragen auf – nicht nur für die drei paralympischen Klassen, sondern für das Segeln insgesamt.

Heiko Kröger macht sich Sorgen um den gesamten olympischen Segelsport. Foto okpress

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Der Weltseglerverband ISAF sollte gewarnt sein, denn sein Sport wird bei den kommenden Olympischen Spielen unter besonderer Beobachtung stehen. Das Internationale Olympische Komitee (IOC) bewertet jeweils nach den Spielen seinen Sportarten-Kanon. Einen besonderen Fokus hat das IOC dabei, das zeigen die vergangenen Entscheidungen, auf Innovationen, Spektakel und TV-Attraktivität. Für die Spiele in Rio de Janeiro und Tokio ist Segeln zwar gesetzt, doch es zeichnet sich bereits ab, dass der Sport hier nicht punkten kann. Die ISAF sollte schleunigst Werbung in eigener Sache machen. Die Popularitäts-Probleme für den Segelsport bei den kommenden Spielen sind vorgezeichnet und zum Teil hausgemacht. Die ISAF hat es für Rio nicht nur geschafft, mit dem Starboot ausgerechnet die segelsportliche Paradedisziplin der Brasilianer aus dem Programm zu streichen, sie wird sich in der Guanabara Bucht auch noch in einem Müll-verdreckten Revier präsentieren müssen. Der zuständige Umweltminister André Corréa hat bereits angekündigt, dass die für Olympia gesteckten Ziele zur Wasserqualität nicht zu erreichen sind. Wie schon 2008 vor Qingdao, als die Bahnen von Algenteppichen befreit werden mussten, werden 2016 also erneut Bilder von Müll- neben den Segelbooten zu sehen sein. Und 2020 droht die TV-Übertragung der Segler gar in frühere Zeiten zurückzufallen. Bilder von Drohnen aus der Luft, so wird berichtet, wird es wohl nicht geben, denn das Segelrevier liegt zu nahe am Flughafen, als dass die unbemannten Flugobjekte dort aufsteigen dürften. „Die Entscheidung des IPC sollte für den Segelsport ein Warnschuss sein. Wenn die Segelspiele 2016 schief gehen, und auch noch Tokio nervig zu werden droht, dann drohen dem Segelsport schwerwiegende Konsequenzen“, fürchtet Heiko Kröger, der Paralympics-Sieger von 2000. „Es ist doch klar, dass Segeln wegen des zusätzlich großen Aufwands für die Errichtung und den Betrieb der Olympiastätten nicht besonders beliebt ist.“ Sollte es bei der Entscheidung des IPC bleiben, sieht Kröger ein Riesenkartenhaus zusammenstürzen. „Wir waren gerade auf einem tollen Weg. Auf der Alster hat der Behindertensegelsport große Begeisterung ausgelöst und Jugendliche angelockt. Aber für viele sind die Paralympics ein Traum, und sie würden sich wieder anderen Sportarten zuwenden." Angesichts der Probleme bringt Kröger einen neuen Gedanken ins Spiel: "Vielleicht sollte man die Gelegenheit nutzen, um eine oder zwei paralympische Klassen als offene Klassen in die Olympischen Spiele zu integrieren. Diese Annäherung der beiden Großereignisse ist ja durchaus gewollt.“

Den gesamten Artikel lesen Sie in der Segler-Zeitung 03/2015

Foto: Heiko Kröger macht sich Sorgen um den gesamten olympischen Segelsport. Foto okpress

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Veröffentlicht am : 02.02.2015