Oleu-Segel geht neue Wege

Richtfest einer gläsernen Segelmacherei

Die Sonne schien, der Dachdecker sagte seinen Spruch auf, drei Schluck Köm liefen dabei die Kehle hinunter, und der Kranz schwang im leichten Wind am Yachthafen in Heiligenhafen.

Nach dem Richtfest am Donnerstag steht der Terminplan: In zehn Wochen will Oleusegel im neuen Gebäude produzieren. Foto: okpress

Nach dem Richtfest am Donnerstag steht der Terminplan: In zehn Wochen will Oleusegel im neuen Gebäude produzieren. Foto: okpress

Rund 80 Gäste standen an der Promenade und waren zu Gast beim Richtfest der 1. Gläsernen Erlebnis-Segelmacherei, der Oleu-Segelmacherei, die im April geöffnet werden soll.

Oliver Leu und Sascha Schwarck, beide Geschäftsführer der Oleu Segel GmbH, gehen mit diesem rund eine Millionen schweren Neubau neue Wege. Denn während rund um die Segelmacherei fast ein neuer Ortsteil mit zahlreichen Ferienhäusern und -wohnungen entsteht, von denen rund 60 Prozent schon verkauft sein sollen, legen Schwarck und Leu ihre Produktionsstätten (neben der Segelmacherei am Yachthafen gehört noch die Fertigungshalle an der Tollbrettkoppel zu Oleu) zusammen und öffnen eine gläserne Erlebnis-Segelmacherei für Besucher.

„Wir denken, dass wir Heiligenhafen um eine Attraktion bereichern“, so Oliver Leu. Allein der Ausstellungsbereich für die Besucher hat eine Fläche von 110 Quadratmetern. „Wichtig ist uns, dass wir ganzjährig Einblicke in die Arbeit der Segelmacher geben können“, so Sascha Schwarck.

Das zweigeschossige Haus direkt am Yachthafen hat zur Wasserseite eine große Glasfront und einen großzügigen Besucherbereich mit 25 Metern Tresenlänge, von wo die Besucher einen Blick auf das traditionelle Handwerk der Segelmacherei werfen können. Im Obergeschoss des Neubaus sollen, etwas abgeschottet von dem erhofften Besucherstrom, weiterhin Hightech-Segel entwickelt und gebaut werden.

Das Gebäude hat eine Grundfläche von 390 Quadratmetern (26 mal 15 Meter). Entworfen hat es der Architekt Joachim Schmidt. „Achim liegt seit Jahrzehnten direkt vor unserer Haustür und hat immer auf diesen Standort geschaut, an dem wir jetzt bauen. Unser Segelkamerad ist ganz stark mit verantwortlich, dass wir jetzt hier stehen“, bedankte sich Oliver Leu bei seinem Vereinskameraden und Architekten. Und es wäre kein Leu/Schwarck-Bau, wenn diese Idee nicht bei einem lockeren Gespräch entstanden wäre. In kleiner Runde mit großen Visionen. Diese Runden mag es auch in anderen Fällen geben, aber Leu/Schwarck haben das Talent, sinnvolle Visionen zu erkennen, und sie haben den Mut, sie umzusetzen. Zu diesem Duo passt Joachim Schmidt. Mit seiner Hallberg-Rassy 38 mit Carbon-Mast und Membransegel liegt der Braunschweiger an Steg 10 und liebt Heiligenhafen. „Für uns ist er Heiligenhafener“, so Leu, der beim Bau ansonsten (oder nach Leu: auch sonst) komplett auf ansässige Firmen setzt.

Nach der Eröffnung des Seenotrettungsmuseums mit der Stationierung des ausgemusterten Seenotrettungskreuzers „Arwed Emminghaus“ im Oktober in Burgstaaken ist es das zweite Großprojekt, mit dem Leu Wassersport den Landratten näher bringt. Zusammen mit seinem Partner Sascha Schwarck wagt der Segelmacher dabei den Spagat zwischen der Produktion von Hightech-Segeln und Mitnahmeartikeln wie Travelbag, Armband und Kleidersack. Natürlich wolle man weiterhin passionierten Seglern hochwertige Segelqualität bieten, aber dafür müsse man ja nicht das Heer der Nichtsegler vernachlässigen, so der Heilgenhafener, der sich beim Richtfest bei der Gemeinde, den Politikern, Manfred Wohnrade, Geschäftsführer der Heiligenhafener Verkehrsbetriebe, sowie den beteiligten Handwerksbetrieben für die Unterstützung und Zuverlässigkeit bedankte.

Heiligenhafen wird von der gläsernen Erlebnis-Segelmacherei profitieren.

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Veröffentlicht am : 21.02.2015