Unterwasseranstriche

Wachstumshemmer - Richtiges Antifouling

Alt text Wer sein Boot über die Saison an einem festen Liegeplatz im Wasser liegen hat, der muss verhindern, dass sich Bewuchs am Bootsrumpf ansiedelt. Algen, Seegras und Muscheln am Unterwasserschiff bremsen die Fahrt des Bootes erheblich, kosten damit Brennstoff oder verhindern gute Segelleistungen und sind zum Saisonende nur sehr aufwendig zu entfernen.

Abhilfe schaffen sogenannte Antifoulinganstriche, die auf unterschiedliche Art und Weise die dauerhafte Ansiedlung von Bewuchs verhindern. Doch Obacht! Zum Teil enthalten diese Anstriche Biozide, die nicht in allen Revieren gestattet sind, bzw. die Farben sind nicht für alle Gewässertypen oder Bootsbaumaterialien geeignet. Informieren Sie sich vorher genau! Die Hersteller bieten unterschiedliche, auf Gewässer und Nutzung abgestimmte Anstriche an.

Es gibt verschiedene Arten von Antifoulingfarben. Eine Fachberatung klärt, welches für Ihr Boot und Revier das Geeignete ist.

Erodierende Antifoulings

Bei den Antifoulings werden einerseits erodierende oder auch selbstpolierende Antifoulingfarben verwendet, die so beschaffen sind, dass sich die äußere Schicht bei Wasserkontakt langsam auflöst und damit auch der vorhandene Bewuchs. Das bedeutet, dass durch die Wasserströmung ständig dünne Schichten des Anstrichs mit dem Bewuchs abgetragen und so immer neue, aktive Schichten freigelegt werden.

Tipp: Bei Gebrauchtbooten kann es sinnvoll sein zu erfragen, was der Voreigner für ein Antifouling benutzt hat, damit für den Neuanstrich derselbe Typ verwandt wird und so die Anhaftung gewährleistet ist. Ggf. ist es sinnvoller, den Altanstrich zu entfernen, das Unterwasserschiff neu zu primern und dann das neue Antifouling zu streichen.

Hartantifoulings

Alternativ werden nicht-erodierende Antifoulingfarben – sog. Hartantifoulings – verwendet. Hier werden nur die Biozide aus der Matrix ausgelaugt und an das Wasser abgegeben. Der Farbfilm bleibt als ein poröses Skelett zurück.

Biozidfreie Antifoulingfarben

Antifoulings ohne Biozide basieren häufig auf der physikalischen Wirkung von Antihaftoberflächen. Durch eine verringerte Oberflächenspannung können sich die Organismen nur schlecht festsetzen. Bei Silikon-Farben verhindert das eine stark wasserabweisende, gummiartige Schicht. Bei Fluor-Polymer-Farben (z. B. Teflon-Beschichtungen) arbeitet eine harte und glatte Oberfläche. Durch den Reibungswiderstand und die Strömung wird der Bewuchs abgespült. Hydroviskose-Beschichtungen quellen im Wasser auf und ergeben eine weiche bewuchshemmende Oberfläche, die den natürlichen Abwehrmechanismen z. B. von Fischen gegen Aufwuchs ähnelt.

Tipp: Sparen Sie nicht am falschen Ende. Halten Sie die vom Hersteller vorgegebene Schichtdicke des Anstriches ein und kontrollieren Sie dies anhand des Farbverbrauches. Ansonsten kann es passieren, dass die Schutzwirkung vor Ablauf der Saison nachlässt und sich das Unterwasserschiff allen Mühen zum Trotz doch noch zum beliebten Biotop der Wasserbewohner entwickelt.

Vorgehensweise

Vor dem Streichen des Unterwasserschiffes muss der Wasserpass – also der Übergang zum Überwasserschiff – mit einem Klebeband sauber abgeklebt werden. Eine krumme oder wellige Wasserlinie sieht nicht schön aus, von daher lohnt es sich, dies ggf. sogar zu zweit zu tun und Sorgfalt anzuwenden. Unter dem Boot muss zum Schutz des Bodens oder des Erdreiches eine stabile Plane ausgebreitet werden. Poröse und blätternde Altanstriche müssen mit Ziehklinge und Exzenterschleifer vorsichtig entfernt werden, ohne das Gelcoat des Unterwasserschiffes zu schädigen. Dabei sollte Schutzkleidung getragen werden und die Regeln des Arbeitsschutzes müssen beachtet werden. Danach wird mit dem passenden Primer ein Haftgrund aufgebracht und der neue Unterwasseranstrich mit der Rolle appliziert.

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Veröffentlicht am : 13.11.2014