SSL City Grand Slam in Hamburg

An der Spitze wird es eng

Für die 30 verbleibenden Teams, die um den Sieg beim ersten SSL City Grand Slam wetteifern, hielt die Alster in Hamburg heute strahlenden Sonnenschein und Wind aus Ost mit 12 Knoten bereit. Die Winddreher richtig zu erkennen und sich aus dem Gedrängel rund um die Wendemarken rauszuhalten, waren die entscheidenden Erfolgsfaktoren auf dem kurzen Kurs von gerade einmal 600 Metern.

Die SSL und das NRV Race Committee entschieden sich für eine Neuerung und legten ein Top Gate aus, was es den Teams ermöglichte zu entscheiden, um welche Tonne sie runden würden. Mit nur einem verbleibenden Rennen vor der finalen K.O.-Runde sieht es momentan so aus, dass die besten sechs Teams auf jeden Fall einen Platz in der nächsten Runde sicher haben, dies vorbehaltlich möglicher Protestergebnisse. Einen besonders erfolgreichen Tag hatten heute Diego Negri und Sergio Lambertenghi mit drei zweiten und einem dritten Platz. Vor dem letzten Qualifikationsrennen morgen teilen sie sich jetzt die Gesamtführung im SSL City Grand Slam mit Mateusz Kusznierewicz und Dominik Zycki.
Die Polen hatten es heute nicht einfach: In der ersten Wettfahrt waren sie am Top Gate noch abgeschlagen, konnten sich dann aber bis zum dritten Platz vorarbeiten. Auch in der zweiten Wettfahrt mussten Kusznierewicz und Zycki Aufholarbeit leisten, um wiederum den dritten Platz zu erobern. Rang 23 aus dem vorletzten Rennen wurde ihr Streichergebnis und mit Platz acht aus der letzten Wettfahrt liegen die Polen nun punktgleich in Führung mit Negri und Lambertenghi, die dort Zweite wurden. Der Sieger der zweiten Qualifikationsrunde erhält das wertvolle Freilos, das ihn direkt ins Finale des SSL City Grand Slam bringt. Als Zweitplatzierter geht es immerhin direkt bis ins Halbfinale. Kusznierewicz / Zycki und Negri / Lambertenghi werden diese beiden Plätze wohl unter sich ausmachen.

Die Wettfahrten der zweiten Runde im Detail. Wettfahrt 1 – Die amtierenden Starboot-Weltmeister Augie Diaz und Bruno Prada gewannen die erste Wettfahrt des Tages. Der entscheidende Moment dafür war die zweite Rundung des Top Gate. Diaz und Prada gingen um die rechte Leetonne und konnten mit freier Fahrt eine gute Führung ausbauen. Diego Negri und Sergio Lambertenghi wurden Zweite und Kusznierewicz und Zycki Dritte. Viele der VIP-Segler suchte man diesmal vergeblich unter den Top 10, darunter Xavier Rohart und Pierre-Alexis Ponsot (19), Eric Doyle und Payson Infelise (21), sowie Robert Stanjek und Frithjof Kleen (23).

Wettfahrt 2 – Stanjek und Kleen gingen kämpferisch in die zweite Wettfahrt, was sich sogleich mit einem Sieg auszahlte – ihrem zweiten in der Regatta – und noch viel wichtiger, der Rückkehr in die Top 10. Negri und Lambertenghi wiederholten dank eines exzellenten Starts ihren zweiten Platz. Mit Rang drei in dieser Wettfahrt behalten Kusznierewicz und Zycki die Gesamtführung. Luke Lawrence und Ian Coleman schieden nach einem Gemenge am Top Gate aus dem Rennen aus. Auch Eivind Melleby und Joshua Revkin konnten die Wettfahrt aufgrund eines Schadens am Vorstag nicht beenden. Das norwegisch-amerikanische Duo segelte jedoch so schnell es ging zurück zum Norddeutschen Regatta Verein, wo Clubmitglied Olaf Richter ihnen kurzerhand sein Boot auslieh. So schafften es die beiden noch rechtzeitig zum Start der dritten Wettfahrt, die sie sogar noch mit Platz sechs beendeten. Lawrence und Coleman konnten bei der nächsten Wettfahrt ebenfalls wieder an den Start gehen und belegten Rang 8.

Wettfahrt 3 – Für die dritte Wettfahrt nahm der Wind noch einmal ordentlich zu. Mit Böen bis zu 15 Knoten sahen sich die Teilnehmer den bisher stürmischsten Bedingungen der Regatta gegenüber. Melleby und Revkin gingen aufs Ganze und riskierten alles, aber sie waren wie viele andere auch viel zu früh über die Startlinie gegangen, sodass ein Gesamtrückruf ausgegeben wurde. Der erneute Start unter Black Flag gelang Polgar und Koy hervorragend, ebenso wie Torben Grael und Stefano Lillia. Xavier Rohart und Pierre-Alexis Ponsot fanden ihren Rhythmus erst in der zweiten Hälfte des Rennens, dann aber so gut, dass sie die Wettfahrt gewannen. Grael und Lillia belegten Platz zwei und Negri und Lambertenghi Platz drei. Kuznierewicz und Zycki gingen lediglich auf Position 23 über die Ziellinie, gefolgt von Stanjek und Kleen auf 24. Keine leichte Ausgangsposition für die Weltmeister von 2014, die sich nun außerhalb der Topten befinden…

Wettfahrt 4 – Fantastische Bootsgeschwindigkeit und etwas List verhalf Eric Doyle und Payson Infelise zum Sieg in der letzten Tageswettfahrt. Sie befördern damit Luke Lawrence und Ian Coleman auf Position 11, den Schleudersitz aus der K.O.-Runde. Mit dem knapp eroberten letzten Sieg gehen Doyle und Infelise als Zehnte in die letzte Wettfahrt der zweiten Runde. Negri und Lambertenghi konnten ihre gute Form aufrechterhalten und wurden Zweite vor Polgar und Koy. Lawrence und Coleman konnten nur einen 22. Platz einfahren, womit die jungen Amerikaner momentan außerhalb der Top 10 rangieren Der SSL City Grand Slam wird am Samstag um 11.30 Uhr mit einem letzten Rennen der zweiten Qualifikationsrunde fortgeführt. Die besten Zehn von ihnen qualifizieren sich für die finale K.O.-Runde. Diese beginnt mit dem Viertelfinale um 14.30 Uhr. Das Halbfinale ist für 15.20 Uhr angesetzt und das große Finale startet um 16 Uhr. Alle Wettfahrten sind wieder kostenlos im Internet zu sehen und werden von verschiedenen Studiogästen, u.a. von Dennis Conner, kommentiert. Auf dem Wasser kommen hochmoderne Kameratechnik und Virtual Eye 3D-Grafik zum Einsatz, die ein ganz besonderes Zuschauererlebnis ermöglichen. Außerdem kann man den Kurs in einer „Virtual Regatta“ nachsegeln.

Hier finden Sie das Video mit den Highlights von Tag 4: https://youtu.be/ueNuQnZIwsQ

Wie beurteilen Sie die Wetterlage nach diesem Artikel?


Flaute
 
Brise
 
Böe
 
Sturm
 
Orkan
 
Regatta Alle Artikel
test

Die Regatta-Routiniers

Ein großes ehrenamtliches Wettfahrtleiter-Team aus Bremen hat sich national und international einen guten Namen gemacht

Veröffentlicht am : 07.05.2016