Ainslie-Trainer zum DSV

Deutsche Segelnationalmannschaft

In Hamburg stellte sich David Howlett unlängst den interessierten Fragen der anwesenden Journalisten und verriet einen Teil seines Erfolgsgeheimnisses: „Training auf dem Wasser - wenn möglich, von acht Uhr morgens bis zehn Uhr abends.“

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Mit dem Wissen und der Erfahrung aus fünf Triumphen bei Olympischen Spielen, exzellenten Deutschkenntnissen und einer gehörigen Portion englischen Charme präsentierte sich David Howlett erstmals in Hamburg der Öffentlichkeit: „Die deutschen Segler sind nicht weit von der Weltspitze entfernt, und wir finden hier hervorragende Bedingungen vor. Dennoch konnten zuletzt noch nicht in allen Klassen die entsprechenden Ergebnisse erzielt werden. Der Fokus liegt nun ganz klar auf den Olympischen Spielen in Rio 2016.“

Mit Howlett gelang es dem DSV, den Top-Trainer der vergangenen Olympiaden zu verpflichten. „David ist unsere 1A-Lösung. Rio ist nicht mehr weit, wir stehen vor großen Aufgaben“, erklärte DSV-Präsident Dr. Andreas Lochbrunner, der den „medal maker“ Howlett, wie er von der englischen Zeitung „Telegraph“ einst getauft wurde, bereits seit mehr als 40 Jahren kennt. „Der deutsche Segelsport steht vor einer großen Aufgabe, denn 2016 ist nicht mehr weit entfernt. Santander hat uns gezeigt: Der Hochleistungssport braucht noch einen zusätzlichen Schub. Der Verband hat 2014 seine Vorarbeiten geleistet, aus diesen Erkenntnissen gelang die Verpflichtung von David Howlett als neuen Cheftrainer. Alle Partner, wie Aktive und STG usw. sind in diese Lösung voll involviert“, so der DSV-Präsident.

„David ist ein Riesengewinn für uns. Wir brauchen jemanden, der weiß, wie es sich anfühlt, Olympiasiege zu erringen. Eine Führungsperson wie er bereichert unser Team“, sagte auch DSV-Vizepräsident Torsten Haverland, der für den Leistungssport verantwortlich ist. Howlett arbeitet in seiner neuen Position eng mit Sportdirektorin Nadine Stegenwalner zusammen.

Besonders wichtig ist dem ehemaligen Trainer von Sir Ben Ainslie die Trainingszeit auf dem Wasser. „Wenn es die Umstände zulassen, bin ich am liebsten von Sonnenaufgang bis Sonnenuntergang draußen“, so der smarte Brite, der bereits in den nächsten Tagen zahlreiche Gespräche mit Trainern und Athleten führen wird. „Viel Wasserarbeit und die Mentorschaft über den ganzen Tag, selbst bei der Bootspflege“, beschreibt Howlett das Erfolgsrezept. Früher war Segeln, auch Leistungssport, Freizeit, heute sei man drei bis vier Tage in der Woche auf dem Wasser. Segler würden ihren Sport in Deutschland nicht als Beruf ansehen. Das sei in England seit zehn Jahren der Fall, verglich Howlett den deutschen und englischen Segelleistungssport.

Fokussierung auf die Aufgabe und höchste Intensität der Wasserarbeit sind die Grundpfeiler für den Erfolg. Mit Blick nach Rio sieht der Brite gute Chancen bei Philipp Buhl (Laser), Erik Heil/Thomas Plößel (49er) und Toni Wilhelm (RS:X).

David Howlett wurde am 24. November 1951 im mittelenglischen Wellingborough geboren und lebt heute nahe der Küstenstadt Portsmouth. 1976 startete Howlett bei den Olympischen Spielen von Montreal im Finn für Großbritannien. Als er acht Jahre später die Olympia-Qualifikation für die Spiele von Los Angeles verpasste, wechselte Howlett ins Trainerfach und coachte die Starboot-Segler Mike McIntyre und Bryn Vaile zur Gold-Medaille in Seoul 1988. Bei den Spielen 1992 vor Barcelona war Howlett dann wieder selbst am Steuer des britischen Starboots und wurde Vierzehnter. Bei den Spielen 2000 in Sydney gewannen seine Schützlinge Iain Percy im Finn und Shirley Robertson in der Europe jeweils Gold. 2002 wurde Howlett Trainer von Ben Ainslie, der bereits im Laser bei den Olympischen Spielen 1996 von Atlanta Silber und 2000 in Australien Gold gewonnen hatte. Unter Howletts Regie wechselte Ben Ainslie in die Finn-Klasse und wurde noch erfolgreicher: Gold bei den Olympischen Spielen 2004 von Athen, Gold bei den Olympischen Spielen 2008 von Peking und Gold bei den Olympischen Spielen 2012 von London. Für Peking trainierte Howlett Ainslies Trainingspartner, das britische Starboot-Team Iain Percy und Andrew Simpson. Auch hier stand am Ende eine Gold-Medaille.

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Veröffentlicht am : 19.12.2014